45 Jahre Bühler + Scherler AG für Urs Rüegg  | Bühler + Scherler AG
beenhere



Urs, 45 Jahre bei der Bühler + Scherler AG, was geht dir durch den Kopf, wenn du diese Zahl hörst? 
45 Jahre, das ist eine lange Zeit voller spannender Geschichten. Tönt etwas kurios. Ich bin länger bei der Firma angestellt, als es die Firma in dieser Form gibt. Am Anfang war ich noch bei Scherler Beratende Ingenieure tätig. In diesen 45 Jahren durfte ich unzählige vielfältige und interessante Projekte auf der ganzen Welt begleiten und genau das macht diese Zeit für mich so besonders. 

Wie hast du den Wechsel von Scherler zu Bühler + Scherler erlebt? 

Durch persönliche Kontakte zwischen den Scherler-Mitarbeitenden und Bühler-Mitarbeitenden entstand anfangs der 80er Jahre ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis der beiden Firmen. Um die Kundenähe und Präsenz vor Ort zu ermöglichen wurde dann in St. Gallen ein Büro eröffnet. Der Zusammenschluss war eine logische Folge und stellte auch eine gewisse Sicherheit mit sich, insbesondere was die Auftragslage betraf. 

Damals, im Jahr 1984, waren wir in St. Gallen ungefähr zehn Personen. Seither hat sich die Firma enorm weiterentwickelt und ist stark gewachsen. Es ist beeindruckend, diesen Wandel über so viele Jahre miterlebt zu haben. 

Was hat dich damals zu Bühler + Scherler geführt und was hat dich über all die Jahre gehalten? 
Zu Bühler + Scherler bin ich gekommen, weil ich hier in St. Gallen weiterarbeiten konnte. Meine Lehre hatte ich damals bei der IBG absolviert und dort wurde mir anschliessend eine Stelle in Chur angeboten. Ich dachte mir jedoch: Ich versuche es einmal bei Scherler in St. Gallen, an der Zürcherstrasse 511. Es war etwas völlig Neues für mich, ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. 

Geblieben bin ich vor allem wegen der Vielseitigkeit. Die Arbeit war immer spannend und ich hatte über all die Jahre viele Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln. Es gab immer wieder neue Aufgaben, neue Herausforderungen und neue Perspektiven. 

Was hat sich in deinem Arbeitsumfeld seit deinem Start am stärksten verändert? 

Vielleicht hat es auch mit dem Alter zu tun, aber was mir besonders auffällt, ist die zunehmende Hektik. Alles ist schneller geworden und auch der Preisdruck hat deutlich zugenommen. Heute muss vieles in kürzerer Zeit erledigt werden und die Arbeit ist insgesamt dynamischer und komplexer geworden. 

Vor dreissig oder vierzig Jahren war vieles noch etwas überschaubarer. Wenn man beispielsweise etwas für Bühler erledigte und ein Termin für ein Schiffstransport feststand, dann wusste man: Dieses Schiff fährt an diesem Tag und bis dahin muss alles fertig sein, es muss einfach funktionieren. Auch heute muss es funktionieren, aber die Rahmenbedingungen sind viel beweglicher geworden. 

Welche technischen Entwicklungen haben deine Arbeit besonders geprägt? 
Als ich 1981 angefangen habe, arbeiteten wir noch mit Tuschschreibern, Zeichnungstischen und Schreibmaschinen. Später kamen dann neue Kommunikationsdienste wie Telex und Telefax dazu. 

Die grösste Veränderung brachte jedoch ganz klar die Entwicklung der IT. Plötzlich wurde vieles digital, dann online und heute muss alles jederzeit verfügbar und einsehbar sein, über Apps, Cloud-Lösungen oder andere Systeme. Egal, wo man sich auf der Welt befindet: Die Leute möchten wissen, was ihre Anlagen machen. 

Früher hatte man das Zeichenbrett, ausgedruckte Pläne und viele Unterlagen dabei. Heute reicht oft ein Laptop und man hat alles zur Verfügung, was man braucht. Das ist schon eine enorme Entwicklung. 

Wie hat sich die Unternehmenskultur bei Bühler + Scherler über die Jahre verändert, was ist gleich geblieben? 
Gleich geblieben ist für mich vor allem die Wertschätzung innerhalb der Firma. Man kann sich weiterentwickeln, relativ selbständig arbeiten und auch mitentscheiden. Dieses Vertrauen war für mich immer sehr wichtig. 

Dadurch kam mir in all den Jahren nie ernsthaft der Gedanke, die Firma zu wechseln. Dazu kommt, dass ich sehr viele unterschiedliche Aufgaben übernehmen durfte. Ich mache ja nicht seit 45 Jahren dasselbe, das hat meine Arbeit immer spannend gehalten. 

Wenn dein jüngeres Ich von damals einen Tag im heutigen Unternehmen verbringen würde: Worüber würde es am meisten staunen? 

Vermutlich über das Homeoffice. Wenn ich mich heute im Büro umschaue, ist das eine der grössten Veränderungen. Früher konnte man sich gar nicht vorstellen, einmal von zu Hause aus zu arbeiten, wir hatten schlicht nicht die technischen Mittel dazu. 

Dadurch hat sich auch der soziale Kontakt verändert. Früher kam man am Morgen ins Büro und sah, sofern niemand in den Ferien oder an einem Termin war, praktisch alle Kolleginnen und Kollegen. Man tauschte sich automatisch aus. Heute muss man mehr dafür tun. 

Auf welches Projekt oder welche Aufgabe blickst du mit besonderem Stolz zurück? 

Es gab viele Highlights. Gerade weil ich so viele unterschiedliche Dinge machen durfte, sind mir zahlreiche Projekte in Erinnerung geblieben. Darunter waren nicht nur grosse und spannende Aufgaben, sondern auch einige kuriose Geschichten, die über die alltägliche Arbeit hinausgingen. Da kann man beim Zurückdenken auch ein bisschen schmunzeln. 

Gibt es eine typische „Urs-Rüegg-Geschichte“, die deine Kolleginnen und Kollegen erzählen würden? 
Vermutlich würden sie sagen, dass man sich auf mich verlassen kann. Oder dass ich mich noch an technische Details erinnere, die ich vor 20 Jahren ausgeführt habe. Ich weiss ein bisschen von allem, das hat sich über die Jahre einfach angesammelt. Und natürlich gäbe es auch die eine oder andere Anekdote von Bühler + Scherler-Festen. Aber einige Geschichten bleiben wohl besser unter Kolleginnen und Kollegen. 

Was möchtest du der nächsten Generation bei Bühler + Scherler mit auf den Weg geben? 
Mir ist wichtig, dass die gegenseitige Wertschätzung erhalten bleibt. Man soll einander unterstützen, aufeinander achten und das gute Miteinander pflegen. In unserem Team funktioniert das zum Glück sehr gut und ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleibt. 

Ebenso wichtig finde ich den persönlichen Austausch. Dass man ins Büro kommt, miteinander spricht und den sozialen Kontakt zueinander pflegt.  

Nach 45 Jahren Bühler + Scherler AG: Was macht dich heute besonders dankbar? 

Ich bin dankbar, dass ich mich über all diese Jahre immer wohlgefühlt habe. Man verbringt schliesslich sehr viele Stunden seines Lebens bei der Arbeit, da ist es umso wichtiger, dass das Umfeld stimmt. 

Für mich hat es bei Bühler + Scherler einfach gepasst: der Umgang miteinander, die Zusammenarbeit im Team und auch der Austausch mit der Geschäftsleitung. Das alles hat dazu beigetragen, dass ich gerne hiergeblieben bin. 

Und wie geht es nun nach Bühler + Scherler für dich weiter? 
Zunächst möchte ich in der Pension ankommen, den neuen Alltag entdecken und die gewonnene Freiheit geniessen. Ganz zurückziehen werde ich mich aber nicht. Ich kann mir vorstellen, kleinere Projekte als Berater zu begleiten, mich im kulturellen Bereich zu engagieren und Bühler + Scherler AG bei Bedarf auf Stundenbasis zu unterstützen. Wichtig ist mir, weiterhin aktiv zu bleiben, aber flexibel und ohne gleich wieder einen vollen Terminkalender zu haben.